Deutschunterricht für die Bellenberger Asylbewerber

2016-05 Deutschunterricht Bild„Sprache ist der Schlüssel zur Integration. Gerade für Asylsuchende spielt dabei die Alphabetisierung eine große Rolle. Mit der Vermittlung der deutschen Sprache können wir ihnen mittelfristig auch die aktive Teilhabe am beruflichen und gesellschaftlichen Leben in Deutschland ermöglichen.“ (Bayerns Sozialministerin Emilia Müller).
„Sprache ist ein wichtiger Schlüssel zur Integration. Deshalb hat das Erlernen der deutschen Sprache durch die jungen Flüchtlinge und Asylbewerber höchste Priorität.“ (Bayerisches Staatsministerium für Bildung und Kultus, Wissenschaft und Kunst)
Weil dem so ist und in Bayern eine Schulpflicht bis zum 21. Lebensjahr besteht, erhalten auch die Bellenberger Asylsuchenden, welche das 21. Lebensjahr noch nicht vollendet haben, in der Berufsschule Neu-Ulm regelmäßigen Deutschunterricht. Alle anderen Flüchtlinge haben momentan keine Möglichkeit, bei irgendeiner Organisation Deutschkenntnisse zu erwerben. Deshalb hat sich von Anfang an im Bellenberger Integrationskreis eine Arbeitsgruppe gebildet, welche an zwei Tagen in der Woche unentgeltlich interessierten Flüchtlingen die Möglichkeit bietet, Deutsch zu lernen. Etwa zwanzig Personen nehmen diese Möglichkeit wahr. Um den unterschiedlichen Voraussetzungen einigermaßen gerecht zu werden, wurden die Schüler in zwei Gruppen eingeteilt. Am Vormittag findet ein Alphabetisierungskurs für absolute Anfänger unter Leitung einer pensionierten Grund- und Hauptschullehrerin statt, am Abend ein Kurs für Schüler mit besseren Voraussetzungen unter Leitung eines pensionierten Berufsschullehrers. Beiden professionellen Lehrkräften stehen engagierte freiwillige Helfer zur Seite, sodass die Schüler möglichst individuell angeleitet werden können. Es ist der Gemeinde Bellenberg und der Schulleitung der Lindenschule zu danken, dass dieser Unterricht im Mehrzweckraum der Turn- und Festhalle stattfinden kann. Da dieser Raum sich an das Foyer der Turn- und Festhalle anschließt und vom eigentlichen Schulgebäude abgetrennt ist, wird der eigentliche Unterrichtsbetrieb in der Schule nicht tangiert. Sollte es dennoch außerhalb der Unterrichtsräume zu einer zufälligen Begegnung zwischen den Schülern oder Schülerinnen der Lindenschule und Schülern des Deutschkurses kommen, so sollte das kein Problem darstellen. Wohl jedes der Schulkinder hat bereits einmal im Fernsehen, im Film oder in Natura einen farbigen Menschen gesehen.
Auch wenn zwei Stunden Deutschunterricht in der Woche nur ein Tropfen auf den heißen Stein sein können, erkennen die Schüler doch den Nutzen und sind mit Feuereifer dabei, vormittags das Alphabet bzw. am Abend die deutsche Grammatik zu lernen. Nach vier Wochen sind die Schüler deshalb schon in der Lage, einfache Sätze in deutscher Sprache zu verstehen, zu formulieren und aufzuschreiben. Das ist schließlich die Voraussetzung, um kurz- oder mittelfristig die ersten Flüchtlinge in gemeinnützige Tätigkeiten (1-Euro-Jobs) als Helfer unterzubringen und so vor Langeweile und Frustration zu bewahren. Und sollten die Bellenberger Flüchtlinge eines Tages einen Bleibestatus erhalten, dann helfen ihnen die Deutschkenntnisse, einer Erwerbstätigkeit nachzugehen und nicht unnötig die Sozialsysteme zu belasten.