Integration bedeutet sich eingliedern in das allgemeine und berufliche Leben. Eine wesentliche Voraussetzung dafür ist die Beherrschung der deutschen Sprache. Erste Schritte leistete dazu der Integrationskreis Bellenberg mit einem möglichst individuell abgestimmten Deutschunterricht. Inzwischen aber kann der größte Teil der Bellenberger Asylbewerber an systematischen Integrationsmaßnahmen teilnehmen.

Das Bundesamt für Migration und Flüchtlinge, die Bundesanstalt für Arbeit und die Bayerische Staatsregierung fördern Sprach- und Integrationsmaßnahmen für Asylbewerber aus Ländern mit guter oder wenigstens denkbarer Bleibeaussicht.

So besuchen sechs berufsschulpflichtige Flüchtlinge seit dem Frühjahr das Berufsintegrationsjahr an der Berufsschule in Neu-Ulm und vier weitere Flüchtlinge werden diese Maßnahme ab September an der Illertisser Berufsschule beginnen. Ziel dieser Maßnahme ist es, in einem ersten Jahr grundlegende Deutschkenntnisse zu erwerben. Im zweiten Jahr sollen dann neben der weiteren Vertiefung der deutschen Sprache in Praktika erste Kontakte zu Betrieben geknüpft werden. Im Idealfall kann sich daraus ein Ausbildungsverhältnis entwickeln.

Ein ähnliches Ziel verfolgt das Brückenjahr des Kolping Bildungswerks in Neu-Ulm. Die Maßnahme dauert ein Jahr und richtet sich an Asylbewerber, die nicht mehr berufsschulpflichtig sind. Drei Flüchtlinge aus Bellenberg wurden zu dieser Maßnahme zugelassen.

Einen Deutschkurs über 300 Stunden des Berufsbildungszentrums Neu-Ulm dürfen vier Asylbewerber aus Bellenberg besuchen.

Einer von zwei Asylbewerbern, der bereits die Aufenthaltsberechtigung erhalten hat, besucht den verpflichtenden Integrationskurs des Instituts für Bildung in Senden. Dieser Kurs geht über 660 Stunden und soll sowohl die deutsche Sprache vermitteln als auch mit wichtigen deutschen Gesetzen und Gepflogenheiten vertraut machen.

Drei Asylbewerber können an diversen anderen Maßnahmen des Kolping Bildungswerks bzw. des Beruflichen Fortbildungszentrums der Bayerischen Wirtschaft teilnehmen. Auch hier geht es um Sprachkompetenz und berufliche Orientierung.

Leider befinden sich unter den Asylbewerbern auch zwei Analphabeten. Sie werden zurzeit noch von unserem Arbeitskreis Deutsch individuell unterrichtet, bis auch für sie ein geeigneter Sprachkurs gefunden wird.

So sind lediglich noch diejenigen Flüchtlinge nicht in Integrationsmaßnahmen eingegliedert, die entweder keine Berechtigung haben, weil sie aus sogenannten sicheren Herkunftsländern kommen und einige wenige, die aufgrund ihrer teilweisen Abwesenheit keinen regelmäßigen Unterricht besuchen können.