Nachdem das Begrüßungsfest für die Asylbewerber aus Platzgründen nur in sehr kleinem Rahmen hatte stattfinden können, wurde damals bereits angedacht, im Sommer nochmals im größeren Rahmen zusammenzukommen. Eigentlich war es der Wunsch, die gesamte Bevölkerung Bellenbergs einzuladen, aber das hätte die organisatorischen Möglichkeiten der Helfer und Flüchtlinge gesprengt. So blieb es bei einem Treffen von Flüchtlingen, Helfern und Nachbarn, wodurch immerhin auch rund 80 Personen zusammenkamen.

Der ins Auge gefasste Termin (31. Juli) erwies sich im Nachhinein als besonders geschickt, denn dadurch konnten auch gleich die sportlichen Erfolge des Fußballteams 1. FC Hammerschmiede beim allgemeinen 11-Meterschießen und der Dorfmeisterschaften zu feiern (siehe dazu eigenen Bericht).

Zweimal traf sich eine Helfergruppe unter Führung von Elena Leyendecker und Andreas Parschan im Vorfeld zur Planung und bereits Wochen vorher hatten die Flüchtlinge ein Probekochen anberaumt, sodass die Helfer sich ein Bild davon machen konnten, was an Speisen angeboten werden sollte und ob dies den mitteleuropäischen Gaumen auch munden würde. Die Bedenken waren schnell zerstreut. Am Samstag ging es dann zum Großeinkauf und die Gemeinschaftsküche war fast zu klein, um dem Ehrgeiz der „Küchenchefs“ gewachsen zu sein.

_DSC4901aäAm Sonntag konnte dann Koordinatorin Irene Schmid gegen 15 Uhr das Sommerfest eröffnen und alles stürzte sich auf die von den Helfern bereitgestellten Kuchen, Kaffee oder Tee. Die Flüchtlinge aus Burma (Myanmar) servierten kühle Mangodrinks.

Gegen 17 Uhr schließlich wurde der Grill angeworfen. Die Helfer servierten Putensteaks und verschiedene Salate, die Nigerianer lieferten frittierte Kochbananen, gebratene Yamswurzeln und Ogbonosuppe (eine scharf gewürzte Suppe mit Fisch- und Geflügeleinlage), die Burmesen delikate Gemüsebällchen (u.a. mit Blumenkohl, Zucchini und Aubergine) mit wunderbaren Dips und Fladenbrot und die Eritreer ebenfalls, allerdings anders schmeckendes, Fladenbrot._DSC4914aä

Wie sehr Bellenberger und Asylbewerber bereits miteinander „warm“ geworden sind, zeigte sich daran, dass sich an fast allen Tischen gemischte Gruppen bildeten. Es wurde miteinander Tischtennis, Tischfußball oder Karten gespielt. Auch einfache Unterhaltungen sind inzwischen möglich, wobei sowohl die Erfolge bei der Dorfmeisterschaft als auch die Zukunftsperspektiven im Mittelpunkt standen. Erst nach vier Stunden begannen sich die Reihen langsam zu lichten.

Ein ganz herzlicher Dank seitens des Integrationskreises geht an die Mitarbeiter des Bauhofs, die ihre Geräteunterstellhalle in der Hammerschmiede freiräumten und auch den An- und Abtransport der Bierzeltgarnituren übernahmen. Diese wiederum hatte der Schützenverein Bellenberg zur Verfügung gestellt. Man sieht, die Willkommenskultur in Bellenberg ist weiß Gott noch nicht zum Erliegen gekommen. Selbst ursprünglich kritische Betrachter der Asylunterkunft waren beim Sommerfest erschienen und voll des Lobes. Bereits vor der Ankunft der Asylbewerber lebten in Bellenberg ca. 260 Ausländer aus 41 verschiedenen Nationen (Statistisches Landesamt, Stand 2015) und Bellenberg hat sie gut verkraftet, weil sie gut aufgenommen wurden. Weshalb sollte das bei den Asylbewerbern anders sein, zumal ja keineswegs alle in Bellenberg bleiben werden.