Geflüchtete ziehen aus der Hammerschmiede aus

Am 15. und 16. Oktober wurden die in der Hammerschmiede verbliebenen Geflüchteten nach Illertissen übersiedelt. Lediglich zwei Familien und eine junge Frau, die in anderen Wohnungen untergebracht sind, verbleiben in Bellenberg. Damit endet eine Zeit, die für manche Bellenbergerinnen und Bellenberger mit großen, wie man nun konstatieren kann, unbegründeten Ängsten beladen war. Für die Mitglieder des Helferkreises brachte sie aber viele anregenden Begegnungen und zum Teil auch Freundschaften. Von Anfang an war den Helferinnen und Helfern klar, dass mögliche Konflikte innerhalb der Unterkunft und zwischen Geflüchteten und Bürgerinnen und Bürgern ihre häufigste Ursache in Frustration und Langeweile haben. Deshalb haben sie einerseits versucht, für Abwechslung zu sorgen. So wurde ein Sommerfest veranstaltet, ein Fußballteam zusammengestellt, das sehr erfolgreich an der Dorfmeisterschaft teilnahm und mit den in überwältigender Zahl an gespendeten Fahrrädern Ausflüge unternommen. Im ersten Jahr, in dem das Fremdsein noch besonders stark empfunden wurde, luden Familien vor allem christliche Flüchtlinge zu Weihnachtsessen ein. Auf der anderen Seite wurde sofort damit begonnen, grundlegende Deutschkenntnisse zu vermitteln und nach Möglichkeiten zu suchen, einen systematischen Deutschunterricht zu bekommen. Für diejenigen Geflüchteten, denen ein Schulbesuch ermöglicht wurde, wurde eine Hausaufgabenhilfe eingerichtet. Nahezu alle in Bellenberg verbliebenen Asylsuchenden konnten in Arbeitsverhältnisse vermittelt werden, auch wenn es sich meistens nur um Zeitarbeit handelt. Drei von ihnen befinden sich sogar in einer Berufsausbildung. Natürlich wurde mit zunehmender Selbstständigkeit die Betreuung weniger, aber immer noch gibt es Ansprechpartner und auch jetzt, nach der Übersiedlung, reißt der Kontakt nicht ab. Den verbliebenen Mitgliedern des Integrationskreises ist es ein Bedürfnis dem überwiegenden Teil der Bellenberger Bevölkerung zu danken, dass sie den in Bellenberg wohnenden Geflüchteten offen und freundlich entgegengetreten sind. Und der verschwindenden Minderheit, die sich ganz offen gegen die Aufnahme der Asylsuchenden ausgesprochen hat, sind wir dankbar, dass es bei verbalen Aktionen geblieben ist und so womöglich handfest ausgetragene Konflikte vermieden wurden.

(Ein Bericht von Anton S.)