Hilferuf eines Afghanen

Bald kommt Weihnachten und danach ist Silvester.

Die Deutschen sind glücklich und kaufen sich neue Sachen und Süßigkeiten für Kinder.

Die Kinder freuen sich über das Weihnachtsfest und die Geschenke, die sie von ihren Eltern und Verwandten bekommen werden.

Es ist schön zu sehen, dass viele Menschen sich über ein kulturelles und religiöses Fest freuen.

Die Gläubigen gehen in die Kirchen und singen.

Sie singen Lieder über Gerechtigkeit, Frieden und Freude und wir freuen uns auch mit euch, dass ihr gücklich seid.

Aber was machen wir Flüchtlinge aus Afghanistan in dieser Zeit?

Worauf bereiten wir uns vor?

Wie glücklich sind wir?

Warum sind wir nach Deutschland geflohen?

Was haben wir uns gewünscht?

Wir leben in Flüchtlingsunterkünften mit Flüchtlingen aus dem Irak, Syrien, lran und aus Afrika.

Wir sind alle vor Terror, Krieg und vielen Arten von Gewalt geflohen.

Viele Flüchtlinge aus anderen Ländern können ihre Zukunft planen.

Sie haben ihr Ziel erreicht.

Auch wir möchten, wie viele Flüchtlinge aus anderen Ländern, unsere Zukunft planen.

Auch wir möchten endlich ankommen und unser Ziel erreichen und uns integrieren dürfen.

Stattdessen müssen wir uns nun darauf vorbereiten, dass unsere Flucht weitergeht.

Viele Flüchtlinge aus Afghanistan denken weiter an Flucht, weil sie mit ihren Geschichten, Ängsten und Hoffnungen nicht in Deutschland Schutz finden.

Die Flüchtlinge aus Afghanistan müssen sich darauf vorbereiten, weiter zu fliehen.

Sie denken weiter an Flucht, weil sie mit ihren Geschichten, Wünschen und all ihren Ängsten nicht in Deutschland Schutz finden.

Wir sind traurig, weil das Leben von uns und unseren Kindern und Familien auf dem Spiel steht.

Wir denken an das schreckliche Leben, das in Afghänistan auf uns wartet.

Wir fühlen uns allein.

Überall herrscht große Angst vor Abschiebung.

Die deutsche Regierung plant, die Afghanen zurück nach Afghanistan zu schicken.

In ein Land, in dem jeden Tag Bomben explodieren und Menschen erschossen werden.

Wir sind vor Terror und Gewalt geflohen und hatten gehofft, dass wir ein Leben in Frieden und Freiheit aufbauen können, aber jetzt haben viele ihre Hoffnung verloren.

Ich bitte alle Lehrer/innen und Schülerinnen und Schüler, die Kirchgemeinde und alle Menschen, die hilfsbereit sind, und alle anderen, die an Menschlichkeit glauben: Lassen sie uns nicht allein!

Unterstützen Sie uns, damit wir gegen Abschiebung und Ungerechtigkeit kämpfen können.

Wir sind auch ein Teil von der Familie der Menschen.

Ja, wir kommen aus Afghanistan.

Wir sind Muslime.

Wir haben ein andere Kultur.

Wir haben eine andere Hautfarbe.

Aber trotz aller Unterschiedlichkeit sind wir Menschen wie ihr.

Wir haben auch rotes BIut.

Wir haben auch eine Seele.

Wir freuen uns, wenn etwas schief geht genau wie ihr.

Wir freuen uns genau wie ihr, wenn etwas Gutes passiert.

Deshalb wünschen wir uns auch Weihnachtsgeschenke und am meisten wünschen wir uns eure Solidarität mit uns gegen Abschiebung.

Wir sind zu euch gekommen.

Für diesen Weg haben wir alles verloren.

Lasst uns nicht allein.

Wir sind miteinander verbunden!

Ladet uns ein, in eure Schulen und in eure Gruppen und Kreise. Teilt mit uns unsere Geschichten und unsere Befürchtungen.